Unscharfe Fotos – 6 Tipps für knackscharfe Bilder

Der Autofokus muss hier passen

Kennt Ihr die Gründe für unscharfe Fotos? Speziell am Anfang hatte ich viele Schwierigkeiten damit in bestimmten Situationen scharfe Bilder zu fotografieren.

Sahen die Ergebnisse auf dem Kameradisplay vielleicht noch brauchbar aus, so hat sich das beim Anblick auf meinem Monitor zur Bildbearbeitung zu meiner Enttäuschung geändert, die Bilder waren unscharf. Am meisten hat mich aber geärgert, dass ich keine Ahnung hatte warum das so war. Es wollte einfach nicht klappen.

Erst nachdem ich lernte was die Gründe für meine unscharfen Fotos sind, konnte ich mich endlich darauf verlassen (fast) immer scharfe Bilder zu fotografieren.

Unscharfe Fotos kennt wirklich jeder Fotograf, auch der „Profi“. Er weiß eben einfach nur, was er tun muss, um in einer bestimmten Situation scharfe Fotos zu bekommen.
Ich bin natürlich kein Profi, aber meiner Meinung nach sollte man auf folgende Punkte achten, um unscharfe Fotos zu verhindern:

Tipp 1 gegen unscharfe Fotos – Richtige Belichtungszeit wählen

Kennt Ihr das? Ihr fotografiert, alles ist gut und die Fotos sind schön scharf. Plötzlich werden die Fotos unscharf.
Mit ziemlicher Sicherheit ist es dann dunkler geworden, Ihr seid in den Schatten oder in einen schlecht beleuchteten Raum gekommen oder habt eine längere Brennweite montiert oder an Eurem Zoom eingestellt oder vielleicht die Blende weiter geschlossen. Was ist passiert?
Die Kamera hat für die richtige Belichtung die Belichtungszeit verlängert. Die Belichtungszeit ist dabei zu lang geworden und führt nun zu Verwacklungen und unscharfen Fotos.

Die richtige Belichtungszeit für scharfe Fotos aus der Hand kann ganz leicht berechnet werden. Die Formel ist: 1/Brennweite (s).
Ein Beispiel: Ihr fotografiert mit einem 50mm Objektiv. Die richtige oder besser gesagt die kürzeste Belichtungszeit, bei der Ihr noch aus der Hand fotografieren könnt, sind 1/50s. Ist die Zeit länger riskiert man unscharfe Bilder durch Verwackeln. Kürzer geht natürlich immer.

Fotografiert man sich bewegende Motive braucht man natürlich eine wesentlich kürzere Belichtungszeit für scharfe Bilder. Je nach Geschwindigkeit reden wir hier über teilweise richtig kurze Belichtungszeiten von beispielsweise 1/4.000s. Da müsst Ihr einfach etwas experimentieren und schauen, welche Belichtungszeit Euch scharfe Foto bringt.

Beim Fotografieren achte ich also immer auf die Anzeige der Belichtungszeit und öffne die Blende wenn nötig. Wenn allerdings auch eine komplett offene Blende eine zu lange Belichtungszeit ergibt, stelle ich einfach einen höheren ISO-Wert ein.
Anfangs muss man sich immer wieder zwingen auf die Werte zu achten, aber mit der Zeit geht das Ganze in Fleisch und Blut über und erfolgt ganz automatisch.

Tipp 2 gegen unscharfe Fotos – Stativ verwenden

Wenn die Belichtungszeit zu kurz zum Fotografieren aus der Hand ist oder ich Langzeitbelichtungen machen will, greife ich zu meinem Stativ. Ein Stativ ist einfach das beste Mittel gegen unscharfe Fotos. Meiner Meinung nach gehört es in jede Fotoausrüstung und man sollte hier ruhig etwas mehr investieren. Ein gutes Stativ hat man meist sehr lange im Gebrauch.

Es ist gar nicht so leicht das perfekte Stativ zu finden, deshalb habe ich auch gleich mehrere :-)
Alles zum richtigen Stativ und dem perfekten Stativkopf habe ich übrigens in zwei Blogbeiträgen zusammengefasst.

Tipp 3 gegen unscharfe Fotos – Objektiv mit Bildstabilisator verwenden

Ein Objektiv mit Bildstabilisator ist eine weitere sehr gute Möglichkeit unscharfe Aufnahmen zu verhindern. Gegenüber der oben beschriebenen Belichtungszeit, gewinnt man mit einem guten Bildstabilisator etwa 2-3 Blenden.
Bei einem 100mm Objektiv braucht Ihr nach der beschriebenen Formel mindestens eine Belichtungszeit von 1/100s, wenn Ihr aus der Hand fotografiert. Bei einem Objektiv mit Bildstabilisator gewinnt Ihr wie gesagt 2-3 Blenden und kommt somit auf eine Belichtungszeit von 1/25s bis 1/10s, bei der noch ein Fotografieren aus der Hand möglich ist. Unscharfe Fotos sollten jetzt nur dann entstehen, wenn sich Euer Motiv bewegt und es zu einer Bewegungsunschärfe kommt, denn das kann der Bildstabilisator natürlich nicht verhindern. Bei statischen Motiven kann ein Objektiv mit Bildstabilisator aber sehr gut unscharfe Fotos verhindern.

Tipp 4 gegen unscharfe Fotos – Autofokus richtig einsetzen

Die richtige Verwendung des Autofokus ist meiner Meinung nach häufiger der Grund für unscharfe Fotos als man denkt. Gerade wenn man die reine Anfängerphase überschritten hat, ist der Autofokus das nächste problematische Thema bezüglich unscharfen Aufnahmen. Die Fotos sind vielleicht nicht komplett unscharf, aber gerade bei einer offenen Blende liegt die Schärfe oft nicht auf dem Punkt, den man gerne hätte. Schuld daran sind die Autofokusfelder oder besser gesagt die Auswahl des Autofokusfeld.
Vor einiger Zeit habe ich hierzu einen Blogbeitrag geschrieben, den ich Euch natürlich wärmstens empfehle, wenn Ihr Probleme mit unscharfen Fotos habt.

Tipp 5 gegen unscharfe Fotos – Auslöser richtig benutzen

Neben dem Thema Autofokus ist der Auslöser ein weiterer Grund für unscharfe Fotos bei Anfängern und selbst Fortgeschrittene machen hier manchmal noch Fehler bei der Bedienung.
Ich hatte bei einem 1:1 Fotokurs sogar mal einen älteren Fotografen, der mit der Fotografie im analogen Zeitalter begonnen hatte und nach längerer Pause mit einer modernen DSLR mit Autofokus wieder mit dem Fotografieren angefangen hatte. Für ihn war die Bedienung des Auslösers mit den zwei Druckpunkten völlig fremd und ungewohnt, weil es das bei den analogen Kameras ohne Autofokus nicht gab. Er produzierte reihenweise unscharfe Bilder und gab die Schuld seiner Kamera als wir uns das erste Mal trafen.
Wie man den Auslöser richtig benutzt habe ich in diesem Blogbeitrag beschrieben.

Tipp 6 gegen unscharfe Fotos – Spiegelvorauslösung nutzen

Interessanterweise kommt es manchmal auch bei Verwendung eines Stativs zu unscharfen Fotos, obwohl man scheinbar alles richtig gemacht hat und sich das Motiv während der Aufnahme auch nicht bewegt hat. Schuld daran ist dann meistens eine Belichtungszeit im „kritischen“ Bereich, bei der die Schwingungen, die der Spiegelschlag einer Spiegelreflexkamera verursacht zu unscharfen Aufnahmen führt. Das geht so bei etwa 1/15s los und verschwindet dann wieder bei etwa 1s, weil hier die Schwingungen bis zum Ende der Aufnahme bereits wieder abgeklungen sind und die Belichtungszeit ohne Vibrationen lang genug für ein scharfes Fotos ist. Spiegellose Systemkameras, wie die Fuji X-T1,  haben dieses Problem natürlich nicht.
Abhilfe schafft man bei Spiegelreflexkameras aber ganz leicht mit der Nutzung der Spiegelvorauslösung an seiner Kamera.

 

Ich hoffe, dass ich Euch ein paar Tipps gegen unscharfe Fotos geben konnte und freue mich wie immer auf Eure Kommentare.

 

 

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