Test Fujinon XF 56mm 1.2 R – meine Erfahrungen

Fujinon_XF_56mm_1 2_Objektiv_Header

Das Fujinon XF 56mm 1.2 R Objektiv habe ich mir im letzten Sommer bei einer Fuji-Cashback Aktion gekauft. Bis dato war meine längste Brennweite das Fujinon XF 35mm 1.4 (KB-Äquivalent 50mm) und es gab viele Situationen in denen ich etwas mehr Brennweite vermisst habe. Die Bildwirkung des Fuji 56mm ist vergleichbar mit einem 85mm Objektiv an einer Kleinbildkamera.

Für mich war das Fujinon XF 56mm 1.2 R seit dem Erscheinen das perfekte 85mm Objektiv für meine Fujifilm X-T1 oder die Fuji X-Pro1.

Der Kauf des Fujinon XF 56mm 1.2 R Objektiv war also ein logischer Schritt zum Ausbau meines Objektiv-Parks für die Fuji X-T1 und X-Pro 1. Es hat seither einen festen Platz in meiner Fototasche.

Fujinon_56mm Objektiv_mit_Sonnenblende

Ein klasse 85mm Objektiv für das Fuji X-System: Das Fujinon XF 56mm 1.2 R Objektiv

 

Verarbeitung

Das Fujinon XF 56mm 1.2 R ist zu großen Teilen aus Metall gebaut und liegt für seine Größe recht schwer in der Hand. Das vermittelt zusammen mit der hohen Verarbeitungsqualität einen sehr wertigen Eindruck. Im Vergleich zu anderen, kürzeren Brennweiten im Fuji Objektiv-Line Up ist das Fuji 56mm 1.2 R allerdings auch ein echter Klotz, was Größe und Gewicht anbelangt. Das hat Auswirkung auf das Gesamtgewicht der Fotoausrüstung.

Fuji_XT1_ohne Akkugriff mit dem Fujinon XF 56mm 1.2 R

An der Fuji X-T1 ohne Akkugriff ist das Fujinon XF 56mm 1.2 R selbst ohne die Gegenlichtblende schon ein richtiger Klotz.

Meine Fuji X-Pro 1 und Fuji X-T1 wirken mit dem Objektiv sehr kopflastig und das Handling ist gerade noch akzeptabel. Besser wird dies bei beiden Kameras durch den montierten Handgriff beziehungsweise den Akkugriff bei der X-T1.

Fuji_XF_56mm_Fujifilm_XT1

… mit dem Akkugriff sieht es gleich besser aus, auch mit montierter Gegenlichtblende. Und auch das Handling wird durch den Akkugriff spürbar besser.

 

Der Filterdurchmesser liegt bei 62mm Somit passen leider nicht die gleichen Filter wie bei meinen anderen Fujifilm-Objektiven und ich musste mir z.B. wieder einen neuen Polfiter kaufen. Der Filterdurchmesser ist allerdings klein genug, so dass Filter noch nicht so super-teuer sind.

Der sehr breite und extrem griffige Fokussier-Ring des Fuji 56mm dreht sich butterweich und ohne merkliches Spiel. Der Widerstand beim Fokussieren ist sehr angenehm und erinnert mich an die Haptik von hochwertigen, manuellen Objektiven. Manuelles Scharfstellen macht damit richtig viel Spass.

Die Blendenverstellung erfolgt wie bei allen Fuji XF-Objektiven mittels Blendenring, Dieser läuft wie beim Fujinon 35mm 1.4 meinem persönlichen Empfinden nach etwa weich, rastet aber gut ein. Leider verstellt sich durch den geringen Widerstand die Blende leicht beim Transport und ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht, vor dem ersten Foto immer noch einmal die Blende zu überprüfen.


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Autofokusgeschwindigkeit des Fuji 56mm 1.2 R an der X-Pro 1 und Fuji X-T1

Das Fujinon XF 56mm 1.2 R Objektiv besitzt eine Innenfokussierung, was sich bei dem vielen Glas positiv auf die Autofokusgeschwindigkeit auswirkt. An meiner Fuji X-Pro 1 ist die Autofokusgeschwindigkeit gut, aber merklich träge und nicht immer treffsicher, gerade bei schwachem Licht. Zu Hochform läuft das Fujinon 56mm an der Fuji X-T1 auf und präsentiert sich hier ausgesprochen schnell und treffsicher.

Meiner Meinung nach ist die Autofokusgeschwindigkeit für ein 85mm Objektiv (KB) mit f1.2 sehr gut. Ich kenne zwar das Canon 85mm f1.2 L USM nicht, habe aber bisher nur Vernichtendes über dessen Autofokusgeschwindigkeit gelesen. Im Bereich der längeren Brennweiten mit sehr hoher Lichtstärke punktet wahrscheinlich jedes Systemkamera- und Spiegelloses-System durch die kleineren Objektive und entsprechend weniger Glas und Gewicht, das beim Fokussieren physisch bewegt werden muss.

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Fuji 56mm/1.2 R, f2, Fuji X-Pro1

 

Bokeh & Schärfe

Viel diskutiert wird der Vergleich zwischen dem Fuji 56mm 1.2 R und dem Fujinon 56mm 1.2 APD. Meist beziehen sich die Vergleiche auf das Bokeh der beiden Objektive, also die Darstellung des unscharfen Bereich vor und hinter dem Schärfepunkt.
Das Bokeh des Fujinon 56mm 1.2 APD soll „besser“, in diesem Zusammenhang „cremiger“ und harmonischer, sein, als das des Fujinon 56mm 1.2 R. Insbesondere Portraits sollen mit der APD-Version schöner wirken. Ich habe mittlerweile einige Portraits mit dem „alten“ 56mm aufgenommen und muss sagen, dass ich mit der Bildqualität sehr zufrieden bin. Das Bokeh halte ich bereits für sehr gut.

Die Schärfe des Fujinon 56mm 1.2 R ist schon bei Offenblende sehr knackig und der Autofokus an der Fuji X-T1 wie gesagt sehr treffsicher und schnell, auch bei f1.2. Ich habe keinen direkten Vergleich mit dem Fujinon 56mm 1.2 APD, kann aber sagen, dass ich am Bokeh bei Offenblende und auch leicht abgeblendet rein gar nichts auszusetzen habe. Und bei Fotos mit weit geschlossener Blende interessiert mich das Bokeh auch nicht weiter.

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Fuji 56mm/1.2 R, f2, Fuji X-Pro1

 

Ein weiterer Pluspunkt für die Version ohne APD ist für mich – neben dem deutlich niedrigeren Preis -, dass ich bei dem Fujinon 56mm APD auf den Phasendetektions-Autofokus verzichten müsste. Für mich als Hochzeitsfotograf, der viel bei schlechten Lichtverhältnissen fotografieren muss, ist das ein Kompromiss, den ich um kein Bokeh der Welt eingehen würde.

Wer einen detaillierten Vergleich zwischen dem Fuji 56mm 1.2 R und Fuji 56mm 1.2 APD haben möchte, findet bei den Jungs von Fuji vs. Fuji einen guten Review-Artikel.

Fujinon XF 56mm/1.2 R, f2, an Fuji X-Pro1

Fujinon XF 56mm/1.2 R, f2, Fuji X-Pro1

 

Fujinon XF 56mm F1.2 R – Bildqualität

Die Bildqualität des Fujinon 56mm 1.2 R Objektiv ist überragend. Für mich ist die Bildqualität ohne jeden Tadel.

Das Objektiv zeichnet bereits bei Offenblende extrem scharf und die Kontraste im Bild sind wunderbar knackig, genau wie ich es mag. Ich zeichne lieber Bilder im Nachhinein weich, als dass ich bei den Ausgangsdateien Kompromisse eingehen muss.
Wie oben erwähnt bin ich mit dem Bokeh des Fuji 56mm 1.2 sehr zufrieden und setze es sehr gerne offenblendig beispielsweise für für Portraits ein.

Meiner Meinung nach übertrifft das Fuji XF 56mm 1.2 R in Punkto Bildqualität alle anderen Fuji-Objektive, auch das beliebte Fujinon 35mm/1.4.

DSCF2943

Fujinon XF 56mm/1.2 R, f4, Fuji X-Pro1

 

Fazit

Das Fujinon 56mm 1.2 R Objektiv hat einen festen Platz in meiner Billingham Hadley Pro gefunden. Die Brennweite ist aktuell meine längste, da ich weder das Fuji 90mm, noch das Fujinon 50-140mm Zoom besitze.

Als Immerdrauf liegt mir allerdings eine Telebrennweite eher weniger, da bevorzuge ich schon eher das Fujinon 35mm 1.4 oder die 23mm Brennweite meiner Fuji X100.

Die Verarbeitungsqualität und Abbildungsleistung sind ohne Tadel und der Autofokus zumindest an der Fuji X-T1 sehr schnell. Abstriche in der Autofokusperformance muss man sicherlich bei Verwendung an der XPro1 in Kauf nehmen. Dies bezieht sich allerdings rein auf die Autofokusgeschwindigkeit. Der Autofokus arbeitet auch an der X Pro1 akkurat, wenn auch weniger treffsicher bei schwachem Umgebungslicht.

Das Fujinon 56mm 1.2 R Objektiv ist somit meiner Meinung nach fast ein Muss für jeden ambitionierten Nutzer des Fuji-X-Systems. Zusammen mit dem Fujinon 35mm und dem 23mm Objektiv ergibt sich ein klassisches Brennweitenspektrum, mit dem sich fast alle Motiv fotografieren lassen.

Für den Kauf des Fujinon 56mm 1.2 R Objektivs würde ich empfehlen unbedingt eine Fuji-Cashback-Aktion mitzunehmen.

Und zum Abschluss noch ein Selbstportrait mit dem Fuji 56mm 1.2 R an der Fuji X-Pro1:

 

XPro 1 mit dem Fujinon XF 56mm 1.2 R bei Blende 1.2

Fujinon XF 56mm/1.2 R, f1.2, Fuji X-Pro1

 

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