Langzeit-Test des Canon EF 100mm 2.8 USM Makroobjektiv

Testbericht des Canon EF 100mm 2.8 USm Makroobjektiv


Viele Jahre war das Sigma EX 105mm 2.8 Makro mein Makroobjektiv, bevor ich mir ein gebrauchtes Canon EF 100mm 2.8 Makro zulegte. Warum ich mir das Canon geholt habe weiß ich eigentlich gar nicht mehr so richtig. Vielleicht war es eine gewisse Markentreue, sehr wahrscheinlich aber eher das typische Haben-Wollen- Phänomen :-)

Eigentlich war ich mit dem Sigma immer sehr zufrieden gewesen, zumindest optisch und auch was das manuelle Fokussieren anbelangt. Gerade letzteres ist für mich sehr wichtig, da ich bei der Makrofotografie praktisch immer manuell scharfstelle. Der Autofokus trifft eigentlich nie sein Ziel in der Makrofotografie und bei der geringen Schärfentiefe ist das manuelle Fokussieren das Mittel der Wahl für knackscharfe Fotos.

Makrofotografie einer Glockenblume mit Krabbenspinne

Makrofotografie einer Glockenblume (Campanula) und Krabbenspinne (Thomisidae), Eyachtal, Baden-Württemberg, Deutschland

 

Warum eigentlich ein spezielles Objektiv für die Makrofotografie?

Makrofotografie ohne richtiges Makroobjektiv funktioniert meiner Meinung nach nicht wirklich gut und es gehört eigentlich in jede gute Ausrüstung für die Makrofotografie. Andere Lösungen sind immer ein Kompromiss und liefern natürlich auch nicht die selbe optische Qualität wie ein spezielles Makroobjektiv. Reicht das Budget nicht für ein Makroobjektiv, so kann man sich aber erst einmal mit Nahlinsen (wie der Canon 500D Nahlinse) und Umkehrringen behelfen und eine Weile ausprobieren, ob einem die Makrofotografie überhaupt zusagt, bevor man in ein „richtiges“ Makroobjektiv, wie dem Canon 100mm Makro investiert.

Verarbeitung des Canon EF 100mm 2.8 Makro

Die Verarbeitung des Canon Makroobjektivs ist angemessen. Meiner Meinung nach hätte allerdings das verwendete Plastik von der Haptik etwas hochwertiger sein können. Es macht insgesamt einen nicht besonders stabilen Eindruck. Erfreulicherweise ist das Objektiv hierdurch aber sehr leicht. Mein altes Sigma 105mm Makro war da doch deutlich schwerer. Das Material des Sigma wirkte ehrlicherweise auch etwas robuster. Das Canon habe ich nun bereits mehrere Jahre im Einsatz und das Objektiv hat auch schon das ein oder andere mitgemacht. Beschädigungen kann ich keine feststellen und schließe daraus, dass das Material hält was man von einem Markenprodukt erwarten kann.

Testbericht des Canon EF 100mm 2.8 USm Makroobjektiv

Ein „echtes“ Makroobjektiv: das Canon EF 100mm 2.8 USM Makro

 

Ausstattung, Handling und Autofokus

Das Objektiv besitzt den üblichen AF/MF-Schalter und ausserdem einen Schalter, der die Nahdistanz beziehungsweise den Fokussierbereich bestimmt. Ein Feature, das man sonst eigentlich nur an Teleobjektiven findet, mehr dazu gleich noch.
Die Bedienung des Canon EF 100mm 2.8 Makro Objektiv ist sehr angenehm. Der Autofokusring ist griffig und breit und läuft sehr weich. Der Verstellweg beim Fokussieren könnte meiner Meinung nach etwas länger sein. Das würde das manuelle Fokussieren im Nah- und Makrobereich noch verbessern.

Makrofotografie einer Wild-Orchidee

Makrofotografie einer Wild-Orchidee (Art nicht eindeutig identifiziert, evtl. Zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolia)), Eyachtal, Baden-Württemberg, Deutschland

 

Nahfotografie von Knabenkraut

Nahfotografie: Knabenkraut (Art nicht eindeutig identifiziert, evtl. Geflecktes Knabenkraut (Dactylorhiza maculata (L.) Soó)), Eyachtal, Baden-Württemberg, Deutschland

Der Autofokus des Canon EF 100mm 2.8 USM Makro ist flott unterwegs und sehr treffsicher. Im echten Makrobereich von 1:1 – 1:2 vertraue ich allerdings lieber dem manuellen Scharfstellen, wegen der geringen Tiefenschärfe. Trotzdem kommt dem Autofokus meiner Meinung nach eine wichtige Rolle zu, da sich ein 100mm Makroobjektiv auch hervorragend als leichtes Teleobjektiv zum Beispiel für Portraits eignet. Und auch bei der Nahfotografie ist der Autofokus oft gut zu gebrauchen. Hier nutze ich dann gerne die oben erwähnte Begrenzung des Fokussierbereich (0,31m bis Unendlich oder 0,48m bis Unendlich), um die bestmögliche Autofokusgeschwindigkeit zu bekommen.

Extrem hilfreich ist übrigens auch die optional erhältliche Stativschelle für das Canon EF 100mm 2.8 USM Makro Objektiv, der Canon Tripod Mount Ring B(B) (es gibt hier aber auch Stativschellen von Fremdherstellern, wie von Delamax). Hiermit kann die Kamera auf dem Stativ leicht vom Quer- ins Hochformat gedreht werden und umgekehrt, ohne das sich der Bildausschnitt komplett ändert.

 

Stativschelle für das Canon 100mm Makro Objektiv

Die optional erhältliche Stativschelle für das Canon 100mm Makro Objektiv

 

Canon 100mm Makroobjektiv auf Stativ

Canon 100mm Makroobjektiv mit der separaten Stativschelle auf einem Stativ montiert

 

Bildqualität des Canon EF 100mm 2.8 USM Makroobjektiv

Um es kurz zu machen: die Bildqualität des Canon 100mm Makroobjektiv ist hervorragend und das bereits bei Offenblende. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was Canon hier beim Nachfolger, dem Canon 100mm 2.8 Makro mit IS verbessert haben könnte. Ich denke, dass beide Objektive bis auf die Verarbeitung, Abdichtungen und den Bildstabilisator auf einem vergleichbar hohen Niveau angesiedelt sind, was die Bildqualität anbetrifft.

 

Fazit

Mein Fazit zum Canon EF 100mm 2.8 USM Makro ist kurz: das Objektiv erhält von mir eine klare Kaufempfehlung. Ich kann mir kein besseres Makroobjektiv mit 100mm Brennweite für das Canon System vorstellen. Wer das Budget hat und einen Bildstabilisator benötigt, sollte sich das Canon EF 100mm 2.8 L IS Makro ansehen.

 

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Krabbenspinne (Thomisidae) mit Stubenfliege auf Pflanze, Eyachtal, Baden-Württemberg, Deutschland

Krabbenspinne (Thomisidae) mit Stubenfliege auf Pflanze, Eyachtal, Baden-Württemberg, Deutschland

 

Spinne in Farn, Taunus, Hessen, Deutschland

Spinne in Farn, Taunus, Hessen, Deutschland

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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