Monitor für die Bildbearbeitung

Ein Monitor für die Bildbearbeitung

Was muss ein guter Monitor für die Bildbearbeitung können? Welches Modell soll man nehmen, EIZO, BenQ, DELL, APPLE, NEC? Was hat es mit der Monitorkalibrierung auf sich?

Auch ich stand am Anfang meiner Suche nach dem perfekten Monitor zur Bildbearbeitung vor all diesen Fragen und war ziemlich verwirrt. Ich will daher versuchen in diesem Blogbeitrag die wichtigsten Punkte bei der Auswahl des perfekten Monitors für EBV-Anwendungen zusammenzufassen.

Natürlich spielt wie immer das eigene Budget eine wichtige Rolle, aber es gibt einige Minimal-Kriterien, die ein guter Monitor zur Bildbearbeitung mitbringen sollte. Ein guter Bildschirm zur Bildbearbeitung ist eine langfristige Investition und wird meist wesentlich länger genutzt, als beispielsweise ein Kameragehäuse. Ich würde es daher hier wie beim Kauf eines Statives halten und lieber einmal viel Geld ausgeben, als billig kaufen und später dann doch das Geld für etwas vernünftiges ausgeben.

Monitor zur Bildbearbeitung - Bildschirm für die Bildbearbeitung

Ein guter Monitor für die Bildbearbeitung, wie hier der Eizo CS240 Bildschirm, sind eine langfristige Investition. (Bilquelle: amazon)

 

Monitor für die Bildbearbeitung – Der darstellbare Farbraum

Ein Monitor für die EBV muss Farben natürlich und wirklichkeitsgetreu darstellen können. Bei der Bildbearbeitung ist ausserdem die Darstellung des Tonwertumfangs sehr wichtig, denn nur so lassen sich Helligkeit und Kontrast bei der EBV vernünftig einstellen.

In Grafikanwendungen und Software zur Bildbearbeitung, wie Adobe Photoshop, Adobe Lightroom, Adobe Camera RAW, werden Farben in sogenannten Farbräumen definiert. Im Laufe der Zeit haben sich hier allerdings mehrere Farbräume entwickelt, die sich im Detail beziehungsweise in der Größe der dargestellten Farben deutlich unterscheiden.

 

Betrachten wir mal nur die beiden wichtigsten Farbräume, die es für Fotografen gibt:

den sRGB und den AdobeRGB-Farbraum.

Gute Zusammenfassungen zu diesen beiden Farbräumen findet Ihr beispielsweise hier:

http://nachbelichtet.com/2013/05/23/lightroom-quickie-adobergb-srgb-farbraume-raw-und-jpeg-funktioniert-das-wirklich/

http://praxistipps.chip.de/farbraum-srgb-vs-adobe-rgb-das-sind-die-unterschiede_38689

http://fotovideotec.de/adobe_rgb/

 

Farbräumen und Farbmanagement

Mit den Themen Farbräumen und Farbmanagement beschäftigen sich ganze Bücher. (Bildquelle: amazon)

Monitore für die digitale Bildbearbeitung unterscheiden sich modellabhängig stark in der Darstellung des sRGB und AdobeRGB-Farbraum. Wenn Du Deine Fotos wirklich farbverbindlich bearbeiten musst oder möchtest, ist es natürlich essenziell, dass Dein Monitor die Farbräume auch möglichst vollständig darstellen kann. Und da happert es meistens bei den günstigeren Monitoren, auch denen die speziell für Grafikanwendungen beworben werden. Das heisst aber nicht, dass ein guter Monitor für die Bildbearbeitung teuer sein muss.

Beide Farbräume lassen sich in der Regel in einer guten DSLR oder Systemkamera auswählen. Bei den Bildschirmen sieht das allerdings anders aus. Entweder kann ein Monitor einen großen Farbraum darstellen oder eben nicht. Ein geeigneter Monitor für die Bildbearbeitung sollte beide Farbräume möglichst vollständig darstellen können.

Allgemein gilt: Für Hobbyanwendungen und Darstellung im Web oder auf Monitoren, Computerbildschirmen und Fernsehgeräten reicht der sRGB-Farbraum völlig aus. Für den professionellen Druck und Printanwendungen empfehlen Fachleute allerdings den AdobeRGB-Farbraum auszuwählen.

Folgende (bezahlbare, fast günstige) Monitore / Bildschirme können den AdobeRGB-Farbraum darstellen:

Die optimale Monitorgröße die Bildbearbeitung

Ein Monitor für die Bildbearbeitung kann eigentlich nicht groß genug sein. Bilder im Querformat lassen sich auch auf einem kleineren Monitor noch gut bearbeiten, aber spätestens bei Fotos im Hochformat hat ein großer Monitor viele Vorteile.

Als Minimum für ernsthafte Bildbearbeitung würde ich einen Monitor von 19 Zoll empfehlen. Ausserdem nutze ich bei der Bildbearbeitung einen zweiten, billigen Monitor, um beispielsweise die Werkzeugpalette ausserhalb des Fotos platzieren zu können und den „guten“ Monitor ausschließlich für die Anzeige des Fotos zu nutzen, dass cih gerade bearbeite.

Gute Monitore für die Bildbearbeitung sind übrigens um 90 Grad drehbar, kippbar und höhenverstellbar. Das ist wichtig, um den Monitor optimal auf seine Sitzposition einzustellen. Auf Dauer ist das die einzige Möglichkeit, um lange und entspannt vor dem Rechner zu arbeiten. Ausserdem beugt Ihr so Nackenverspannungen und Kopfschmerzen vor.

Ich weiß wovon ich spreche, denn nach meinen Hochzeitsreportagen komme ich meist mit 2.000 bis 3.000 Bildern nach Hause, die alle gesichtet, sortiert und bearbeitet werden müssen. Ich sitze also nach meinem Tages-Job oft noch mehrere Stunden bis spät in die Nacht am Rechner. Und auch mein Hauptjob ist die meiste Zeit ein Computerarbeitsplatz. Achte beim Kauf eines Monitor für Bildbearbeitung also unbedingt auf die Einstellmöglichkeiten. Deine Gesundheit wird es Dir danken.

 

Monitorkalibrierung

Ohne einen kalibrierten Monitor macht die Bildbearbeitung keinen Spass. Investiere am Besten direkt in eine Kalibrierlösung wie den Datacolor Spyder. (Bildquelle: amazon)

 

Die Monitorkalibrierung

Ein Monitor für die Bildbearbeitung ist nur so gut wie seine Kalibrierung. Eine Monitorkalibrierung ist allerdings nie einmalig, da jeder Monitor mit der Zeit und Nutzung altert und Farben verändert darstellt. Daher solltest Du Deinen Monitor in regelmäßigen Abständen neu kalibrieren und direkt mit dem Monitor auch ein gutes Kalibriergerät kaufen.

Generell unterscheidet man in die sogenannte Softwarekalibrierung und die Hardwarekalibrierung.
Für beide Kalibrierungsarten benötigt man ein Kalibriergerät oder auch Colorimeter genannt. Im Prinzip messen die Geräte die Farbdarstellung des Monitors und passen softwaregesteuert die Einstellungen des Monitors solange an, bis Farben wirklichkeitsgetreu dargestellt werden. Die beliebtesten Kolorimeter sind der Datacolor Spyder und die X-Rite Kolorimeter.

Eine gute Zusammenfassung zu den verschiedenen Arten der Monitorkalibrierung Du z.B. hier: http://fotovideotec.de/farbmanagement/19_varianten_monitorkalibrierung.html

Monitor für die Bildbearbeitung – EIZO, BenQ, NEC, APPLE oder DELL?

Von welcher Marke der Monitor für die Bildbearbeitung ist spielt eigentlich keine große Rolle, solange die Farbdarstellung und der Tonwertumfang stimmen. Natürlich gibt es renommierte Hersteller, wie EIZO, die seit langem für hochwertige Grafik-Monitore bekannt sind. Auch Apple baut bekanntlich sehr gute Geräte. NEC ist ein relativ neuer Hersteller, der sich aber einen sehr guten Ruf erarbeitet hat.

Mit den oben genannten Geräten von EIZO, DELL und BenQ wirst Du aber sicherlich nicht falsch liegen. Ich selbst arbeite z.B. auch noch mit einem „alten“ EIZO FlexScan S1931 Monitor zur Bildbearbeitung.
Allerdings wird dieses Modell nicht mehr gebaut. Sein Nachfolger dürfte der EIZO S1933 sein, ein schöner 19-Zoll-Monitor für die Bildbearbeitung, der aber leider den adobeRGB-Farbraum nicht vollwertig darstellen kann. Sobald mein neuer adobeRGB-Monitor da ist, wird der S1931 mein Zweitmonitor und ins Hochformat gedreht :-)

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4 Comments

  1. Hallo ud vielen Dank für den schönen Artikel. Ich finde die Ergonomie auch besonders wichtig beim Kauf eines Monitors. Deshalb kann ich deiner Aussage vollkommen zustimmen: „Gute Monitore für die Bildbearbeitung sind übrigens um 90 Grad drehbar, kippbar und höhenverstellbar.“ Beste Grüße aus Hannover, Jens

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