Mein Erfahrungsbericht zur Fujifilm X-Pro 1

Fuji X-Pro 1

Irgendwann bin ich im letzten Jahr im Web auf die Fujifilm X-Pro 1 gestoßen und es stellte sich sofort dieses Haben-Wollen-Gefühl ein. Die Kamera faszinierte mich vom ersten Moment an. Das Retrodesign sieht genial aus und die Erfahrungsberichte im Web überschlugen sich beinahe, was die Bildqualität anbelangt. Die Fotos der Fujifilm X-Pro 1 sollen an das Niveau der digitalen Spiegelreflexkameras heranreichen, ja sogar das Niveau einer Canon EOS 5D MK III erreichen. Das ist schon eine Ansage.

Ich glaube die vielen positiven Artikel und Youtube-Videos von Zack Arias waren es dann schlussendlich, die mich zum Kauf bewegten. Ende 2013 schlug ich zu und machte mir selbst ein nettes Weihnachtsgeschenk. Der Preis war inzwischen auf ein „vernünftiges“ Niveau gesunken, was in der Argumentationskette gegenüber meiner Frau allerdings nicht den Hauch einer Chance hatte. „Du hast doch schon so viele Kameras, warum brauchst Du denn jetzt noch eine?“ war Ihre -zugegebenermassen berechtigte- Frage. „Weil ich schon immer eine kleine und leichte Kamera mit toller Bildqualität haben wollte, mit der ich Euch (meine Frau und meinen Sohn) im Urlaub und bei Spaziergängen fotografieren kann, ohne immer meine schwere und klobige Canon mitzuschleppen.“ war meine etwas haltlose Antwort. Egal, Weihnachten ist ja nur einmal im Jahr und ich verdiene mit der Fotografie schließlich auch etwas Geld.

Fuji X Pro 1 Rückseite

Fuji X Pro 1 Rückseite

Der Kauf war mein bisher emotionalster überhaupt und genau das ist es, was mich an der Kamera nach wie vor so begeistert. Sie fasziniert ungemein und man möchte sie einfach überall mit hin nehmen und mit ihr fotografieren. Und genau dafür ist ja so ein Fotoapparat auch gemacht. Und nur wenn ich fotografiere, habe ich auch eine Chance auf gute Bilder und kann meine Fotografie verbessern, mein Auge schulen und die Bedienung der Kamera zur reinen Intuition werden lassen. Sie ist wirklich eine schicke, kleine Kamera und die Bildqualität ist tatsächlich genial. Die JPEGs aus der Kamera sind die besten, die ich bisher gesehen habe und lassen sich über die Entwicklungseinstellungen den eigenen Vorlieben anpassen. Speziell die Filmsimulationmodi für einige der beliebtesten Fujifilme sind genial. Ich kann mit der X-Pro 1 meine Familie den ganzen Tag fotografieren und erhalten super JPEGs. Das bedeutet praktisch keine Nachbearbeitung. Gleichzeitig kann ich, wenn ich ein passendes Motiv finde, problemlos Agenturfotos schießen, die alle meine Agenturen (technisch gesehen) akzeptieren.

Die Fujifilm X-Pro 1 ist aber auch eine kleine Diva. Man muss sie schon sehr vorsichtig behandeln und bewusst bedienen, damit z.B. der Autofokus sauber sitzt. Hier musste ich mich doch mächtig umgewöhnen.

So richtig warm mit der Kamera bin ich auch erst geworden, nachdem ich mir einen Ersatzakku (der Stromverbrauch ist deutlich höher, als bei meinen DSLRs) und eine schnelle Speicherkarte mit 95 MB/s gekauft und die neueste Firmware für das Gehäuse und das Objektiv aufgespielt hatte. So stimmt dann auch die Performance des Autofokus und der allgemeinen Arbeitsgeschwindigkeit.

Fuji X Pro 1 Bedienelemente

Fuji X Pro 1 Bedienelemente


Gehäuse

Das Retrodesign der Kamera erinnert stark an den Leica-M-Look, das haben die Jungs von Fuji sich schon gut ausgedacht. Alleine diese Assoziation dürfte die Meisten von uns faszinieren. Das Gehäuse wirkt sehr wertig und robust. Für meine Hände sind die Knöpfe gut platziert und erreichbar, wobei ich für einen Mann sicherlich eher kleine Hände habe. Der Typ „Holzfäller“ tut sich hier bestimmt schwerer und sollte über den optional erhältlichen Kameragriff nachdenken. Obwohl ich mit der Ergonomie des Gehäuses für meine Hände zufrieden bin, habe ich mir doch einen Daumengriff von KIWI Foto zugelegt (KIWI TA-XPRO1 bei amazon), der das Handling nochmals verbessert. Der Unterschied ist schon gewaltig und ich kann ihn sehr empfehlen, speziell wenn man häufig schnell reagieren muss und z.B. in der Streetfotografie „aus der Hüfte“ Bilder schießt. Die Knöpfe und Schalter finde ich insgesamt sehr gut erreichbar positioniert. Der Auslöser hat einen sehr deutlichen Druckpunkt und ich komme mit der Bauweise sehr gut zurecht. Vielen ist er allerdings etwas zu klein und zu flach gebaut. Hierfür gibt es allerhand Zubehör zum Einschrauben in das Fernauslösergewinde.

Fuji X Pro 1 Daumenauflage

Fuji X Pro 1 Daumenauflage

Das Gehäuse besitzt auf der Unterseite einen kombinierten Schacht für den Akku und die Speicherkarte. Anschlussmöglichkeiten für einen Mini-HDMI- und Mini-USB-Stecker befinden sich hinter einer kleinen Klappe an der linken Seite, allerdings fehlt eine Buchse für einen elektronischen Fernauslöser. Der ist bei Aufnahmen vom Stativ und bei Zeitrafferaufnahmen eigentlich ein Muss. Zumindest für Aufnahmen vom Stativ kann der Drahtauslöseranschluss im Auslöser genutzt werden. Alle gängigen, mechanischen Drahtauslöser lassen sich hier anschließen. Da die X-Pro 1 allerdings nicht über einen integrierten Intervallauslöser verfügt, ist die Kamera leider nicht für Timelapse-Aufnahmen geeignet.
Das Stativgewinde und das Bajonett sind aus Metall. Die Platzierung des Stativanschlusses ist allerdings sowas von schlecht gewählt, dass mir die Worte fehlen. Habe ich die Kamera auf dem Stativ oder auch nur irgendetwas in das Stativgewinde geschraubt, wie z.B. meinen Blackrapid SnapR Gurt, lässt sich die Klappe für den Akku und die Speicherkarte nicht mehr öffnen. Bei dem hohen Stromverbrauch der Kamera und den schwachen Akkus ist das ein echtes Problem, weil ich zum Akkuwechsel jedesmal die Kamera vom Stativ nehmen muss.

Fuji X Pro 1 Stativgewinde und Akku-/Speicherkartenfach

Fuji X Pro 1 Stativgewinde und Akku-/Speicherkartenfach

Kameramenü
Die Bedienung des Menüs finde ich sehr gut gelöst, das geht bei mir mittlerweile wie im Schlaf. Leider gibt es wenig Tasten, die sich frei mit den wichtigsten Einstellungen belegen lassen (die FN-Taste und die untere Pfeiltasten lassen sich mit ausgewählten Funktionen belegen). Aber dafür haben die Fuji-Jungs der X-Pro 1 ja auch das Quick-Menü spendiert, das über die Q-Taste aufgerufen wird. Hiermit lassen sich z.B. die Custom-Einstellungen aufrufen, die ISO und JPEG-Einstellungen ändern und die Filmsimulationsarten auswählen. Zwar lässt sich über das Quickmenü auch der AF-Modus ändern, aber leider nicht die Position des aktiven AF-Feldes. Die Wahl des Autofokusfeldes habe ich mir daher auf den FN-Knopf gelegt, finde die Bedienung allerdings etwas umständlich und langsam. Genügt bei meinen Canons die Bedienung des kleines Joysticks, so muss ich bei X-Pro 1 erst den FN-Knopf drücken und dann mit den Pfeiltasten das entsprechende Feld auswählen. Das ist etwas fummelig und nicht wirklich ergonomisch gelöst. Da sollte Fuji bei einem Nachfolger dringend nachbessern.

Fuji X Pro 1 Quickmenü

Fuji X Pro 1 Quickmenü

Wie bei allen Herstellern folgt die Menüstruktur einer eigenen Logik und so muss sich jeder der noch keine Fuji in der Hand hatte erst etwas eingewöhnen. Aber das ist bei allen Kameraherstellern dasselbe. Ich habe mit der Kamera anfangs viel herumgespielt und viele Fotos mit verschiedenen Einstellungen geschossen, bis ich mit der Bedienung der Kamera vertraut war und alle für mich relevanten Einstellungen ausprobiert und gefunden hatte. Das Quick-Menü habe ich dabei so sehr zu schätzen gelernt, dass ich mittlerweile ausser für das Formatieren der Speicherkarte praktisch überhaupt nicht mehr auf das Hauptmenü zugreifen muss. Die drei für mich wichtigsten Grundeinstellungen habe ich mir übrigens als Custom-Einstellungen gespeichert, die ich über die Q-Taste schnell auswählen kann.

Autofokus
Der Autofokus der Fuji X-Pro 1 ist mit der aktuellen Firmware absolut brauchbar und in vielen Situationen auch ausreichend schnell. Egal was viele andere (Fuji X-)Fotografen auch sagen, finde ich den Autofokus im Vergleich zu meinen DSLRs allerdings eher langsam. Das ist aber auch völlig OK so, den die Fuji ist als Systemkamera ein komplett anderer Kameratyp. Würde jemand die Scharfstellgeschwindigkeit einer Mittelformat oder gar Großformatkamera kritisieren? Jeder Kameratyp hat seine Einsatzgebiete und die eierlegende Wollmilchsau wird es wohl nie geben, auch wenn einem die Marketingabteilungen der Kamerahersteller natürlich was anderes vorgaukeln möchten. Die X-Pro 1 ist in dieser Beziehung grundehrlich und man weiß von vornherein auf was man sich bei der Kamera einlässt.

Ist der etwas langsame Autofokus in der Praxis jetzt überhaupt relevant? Bei den meisten Motiven würde ich sagen: Nein. Und jedem, der sich eine X-Pro 1 für Sportaufnahmen und dergleichen anschafft, sei gesagt, dass es hierfür nun wirklich geeignetere Kamerasysteme gibt. Es gibt aber durchaus „normale“ Situationen, in denen ein schneller Autofokus wichtig ist, z.B. bei Aufnahmen von kleinen Kindern und bei schnellen, intuitiven Schnappschüssen. Und die Fuji X-Pro 1 ist eben einfach eine geniale Immer-Dabei-Kamera und kommt daher sicherlich bei vielen oft in eine solche Situation. Jetzt wird es schon etwas herausfordernd. Ich arbeite dann eher nach dem Spray & Pray Prinzip, stelle die Position des Autofokusfeld grob auf den wichtigsten Motivteil ein und mache Serienbilder bis die Speicherkarte glüht. Das gibt viel Ausschuss, aber es ist mit ziemlicher Sicherheit auch ein scharfes Bild mit gelungenem Bildaufbau dabei. Die unscharfen Bilder lösche ich dann bei der nächsten Gelegenheit direkt in der Kamera, um Datenmüll auf dem Rechner zu vermeiden. Für mich ist das leider derzeit die einzig funktionierende Methode für solche Situationen. Wer hier einen besseren Weg kennt, bitte bei mir melden oder am besten gleich für alle als Kommentar posten.

So gemütlich der Autofokus aber auch ist, so akkurat ist er auch. Die Treffgenauigkeit ist sehr hoch und die Schärfe sitzt exakt auf dem Punkt.

Übrigens habe ich im Menü die Einstellungen so geändert, dass ich mit der AF-L/AE-L-Taste im AF-Modus „Manuell“ die Schärfeinstellung auslösen kann. Wenn ich die Taste nun drücke, startet der AF und fixiert nach Scharfstellung die Schärfe. Ich kann so schnell hintereinander mehrere Bilder mit gleicher Schärfeeinstellung fotografieren, ohne jedesmal erst wieder den relevanten Motivteil anzuvisieren und die Schärfe mit halbgedrücktem Auslöser fixiert zu halten, bevor ich den Bildausschnitt neu komponieren muss und erneut auslösen kann. Schalte ich in den AF-Modus, so kann ich wieder wie gehabt alles über den Auslöser steuern.
Welche Einstellungen muss ich für diese Funktion ändern?
Im Aufnahmemenü (bei derzeitiger Firmware unter Punkt 4) wird der AE/AF Lock Modus auf EIN/AUS und die Funktion der AE/AF-Lock Taste auf AE/AF Lock einstellen.
Wichtig: Die Schärfeinstellung über die AE/AF-Lock Taste funktioniert nur bei Einstellung auf manuelle Scharfstellung.

Fuji X Pro 1 AE-/AF-Lock Taste

Fuji X Pro 1 AE-/AF-Lock Taste

Akkulaufzeit
Neben dem Autofokus ist die Akkulaufzeit wohl der häufigste Kritikpunkt, der die Gemüter in den verschiedenen Diskussionsforen erhitzt. Ich finde die Laufzeit ausreichend und komme mit einem zusätzlichen Ersatzakku gut über den Tag. Allerdings fotografiere ich auch sehr selektiv und nicht wie wild alles was mir vor die Linse kommt, mache also eher weniger Aufnahmen.
Was mich beim Thema Akku aber wirklich stört, ist die schlechte Anzeige der Restlaufzeit. Die Aufteilung der Abstufungen finde ich einfach viel zu grob. Habe ich den letzten Balken erreicht, ist Schluss mit lustig. Zwar warnt eine rot hinterlegte Akkustandanzeige vor dem nachlassenden Akku, es wird allerdings zum reinen Lotteriespiel, wie lange der Akku jetzt noch halten wird und wann er gewechselt werden muss. Irgendwann zeigt die Kamera dann einfach ein großes rotes Akkusymbol an und stellt sich stur. Schade, wo sich doch jetzt gerade eine tolle Situation ergeben hat, die ein Foto wert gewesen wäre. Wenn ich jetzt noch das Stativgewinde und somit die Akkuklappe bockiert habe, dauert es eine halbe Ewigkeit, bis ich den Akku gewechselt habe. Das könnten die Fuji-Jungs mit dem nächsten Update gerne einmal beheben. Also lieber den Akku eher zu früh wechseln.


Mein Fazit

Die Fujifilm X-Pro 1 ist eine tolle Kamera für Jeden, der sich die Zeit nimmt mit der Kamera vertraut zu werden. Man muss sich voll auf sie einlassen und sIe ist nichts für ungeduldige Zeitgenossen oder für komplette Anfänger. Dafür ist sie zu launisch bzw. verlangt zu viel Erfahrung für die richtigen Einstellungen. Hat man aber schon ein paar Jahre fotografiert, weiß was Zeit und Blende sind und hat erste Erfahrungen gesammelt, wird man mit der Kamera sehr viel Freude haben. Für mich waren es gerade die vielen Herausforderungen, die mich schließlich von der Kamera so begeistert haben. Ich fotografiere wirklich gerne mit meinen Canons, aber irgendwie ist mittlerweile mit ihnen alles so einfach geworden. Ich glaube ich habe noch mit keiner Kamera so lange herumexperimentieren müssen, bis ich sie wirklich gut kennengelernt habe, aber mittlerweile sind wir ein Herz und eine Seele geworden. Das Konzept ist klar, ehrlich und hat einen nostalgischen, analogen Charme, der mich sehr fasziniert. Die X-Pro 1 macht mir von allen meinen Kameras am meisten Spass und die Bildqualität, die ich mit ihr erzielen kann genügt allen meinen Ansprüchen. Klar, die 16 Megapixel Auflösung hören sich nicht mehr zeitgemäß an. Ich finde die Entscheidung von Fuji hier allerdings sehr positiv, wie auch bei der neuen Fujifilm X-T1, lieber Entwicklungszeit in den Sensor und die Peripherie zu stecken. Mit 16 MP lässt sich eine Menge anstellen und kein normaler Anwender (und auch die wenigsten Profis) benötigt die 20 oder 30 Megapixel vieler moderner Digitalkameras.
Der Preis scheint anfangs etwas hoch, aber für die Verarbeitungsqualität und die gebotene Leistung finde ich ihn absolut angemessen. Ich empfehle die Kamera gleich im Set mit dem 35mm Objektiv zu kaufen.

Hebel zum Umschalten zwischen EVF und OVF

Hebel zum Umschalten zwischen EVF und OVF

Fuji X Pro 1 Auslöser mit Drahtauslöseranschluß

Fuji X Pro 1 Auslöser mit Drahtauslöseranschluß

 

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20 Comments

  1. Sehr interessanter Bericht. Danke.
    Ich habe auch eine X-Pro und wollte mir auch schon einen Daumengriff kaufen, aber wie kann dann der Blitz ausgelöst werden?
    Hast du da eine Idee?

    Reply
    • Hallo Pascal, ein Blitz lässt sich dann natürlich nicht mehr über den Blitzschuh auslösen. Aber Du kannst den Blitzsynchronanschluss an de Seite verwenden. Auf die automatische Blitzsteuerung musst Du dann aber verzichten.

      Reply
  2. Hi Dominik

    Schöner Bericht. Ich bin mit der x-e1 unterwegs, deren Autofokus ich ähnlich wie Du denjenigen der x-pro1 bewerten würde. Wenn’s schnell gehen muss und genügend Licht da ist, schalte ich auf manual focus, wähle eine möglichst kleine Blende und stelle den Fokus-Punkt so ein, dass „alles hintendran scharf ist“. Ich meine, mal gelesen zu haben, dass man da vom „Hyperfokalpunkt“ spricht. Bei meinen Jungs oder auch bei Outdoor-Sportaufnahmen funktioniert das recht gut.

    Gruss, Jan

    Reply
  3. Hallo Dominik,
    mal kurz vorgestellt: komme von der Leica M (zu analogen Zeiten M2, 3. 6, dann digital die M8), wenns schnell gehen muss, dann Nikon D700 und D2x.
    Als ich kürzlich günstig zu einer gebrauchten X100s gekommen bin, war ich in erster Linie von der ISO Performance und der Bildqualität begeistert. Die vergibt sich auch im Vergleich zur 3x so großen und schweren D700 nichts. Nachdem die M8 mit höheren ISO gar nichts anfangen kann und auch die M9 nicht sehr viel besser damit umgeht, hab ich mir dann eine X-Pro1 mit dem 18-55 zugelegt. Im direkten Vergleich bringen X100s und XP1 wirklich exakt gleichwertige Bildergebnisse. Trotzdem habe ich zur XP1 ein getrübtes Verhältnis.
    1. mir kommt der AF (trotz aktueller Firmware 3.40 weniger treffsicher vor als bei der X100s)
    2. die Verwendung von M Objektiven (mit dem originalen Fujiadapter) ist eigentlich nur mit dem EVF möglich. Mit OVF kaum sichtbarer Leuchtrahmen, kein Parallaxeausgleich
    3. der Leuchtrahmen um OVF ist wesentlich ungenauer als bei der X100 und allen Ms die ich bisher hatte. An dr Obrkante schneidet er das Bild fast ab und unten gibt’s dafür gut 20-25 % dazu. Das passiert auch bei Unendlicheinsstellung und nimmt mit längerer Brennweite deutlich zu. Hatte die Kamera sogar schon beim Fujiservice, die haben mir aber gesagt, dass dieser Spielraum innerhalb der Fujitoleranzen liegen. Hat Deine XP1 auch dieses eigenartige Phänomen?
    Ich würde ja nicht sagen wenn ich nur die XP1 kenne würde….naja, Sucherkamera ist halt so…..aber eine derartige Abweichung zeigt weder die X100s aus gleichem Hause, noch irgendeine Leica M. Bei der M8 hat man sogar mit der längsten verwendbaren Brennweite, 90mm (entsprich KB 120) noch einen zwar sehr kleinen, aber ziemlich genauen Leuchtrahmen.
    Punkt 2 und 3 haben mich schon überlegen lassen die XP1 auf den Gebrauchtmarkt zu werfen. Hab es trotzdem nicht getan. Die Bildergebnisse sond sehr gut, der Wertverlust zu hoch …. aber die besten Freunde werden wir nicht.
    LG aus Wien
    PS: Seele hat die M8, zum Verlieben ist die X100, das perfekte KÖNNTE die X-pro1 sein.. …..(leider nicht)……..

    Reply
    • Hallo!

      Meine Fuji X Pro 1 zeigt im OVF ebenfalls einen Leuchtrahmen, der nicht 100%ig das spätere Bild zeigt. Für mich ist er eher zum groben Zielen geeignet und weniger fürs exakte Fotografieren mit einem genauen Bildaufbaus. Für die Reportagefotografie halte ich den OVF beispielsweise für genial, da das Sucherbild im EVF zeitlich immer etwas hinterherhinkt und es schwierig ist, den richtigen Moment zu erkennen. Zum Fokussieren mit der Fuji X Pro 1 habe ich übrigens auch einen Blogbeitrag geschrieben.

      Bis zum 35mm Fujinon finde ich den OVF dennoch brauchbar, ab da wird er für mich dann unbrauchbar. Mit meinem Fujinon 56mm fotografiere ich z.B. ausschließlich mit dem EVF.

      Viele Grüße
      Dominik

      Reply
      • Hallo,
        ich sehe das auch so, dass der OVF bis maximal 35mm (KB50) nutzbar ist.
        Was Deine Tipps zum „manuellen“ Scharfstellen angeht, diese Methode mit der AF-L Taste hab ich mir vor 2 Monaten von Deiner Site abgeschaut und stelle seither fast ausschließlich mit dieser Methode scharf. Dieser Tipp von Dir ist schlicht genial!
        Vielleicht kann ich auch ein bisschen was beitragen.
        Das einzige Objektiv mit M Anschluß das ich auch an der XP1 verwende, ist das 15mm Voigtländer. Aufgrund der Brennweite ist es nur mit dem EVF verwendbar. Im Freien auf eine Entfernung von 2m fokussiert, Blende 8, ist praktisch alles von 1m bis Unendlich, scharf. Verzeichnungen sind ebenso wie Vignettierung, kein Thema. Interessant ist der Umstand, dass bei gleicher Farbeinstellung das Voigtländer etwas wärmere Farben liefert als die Fujioptik.
        Fazit: auch an der XP1 sehr gut verwendbar. Macht aber nur dann Sinn, wenn es, so wie bei mir, schon vorhanden ist. Wenn man erst ein Objektiv in dieser Brennweite kaufen möchte ist man mit einem Fuji Originalobjektiv wahrscheinlich besser bedient.
        LG aus Wien

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