Autofokus an der Fuji X Pro 1 optimal nutzen

Fuji X Pro 1 Autofokus Auslöser

Wie kann man den Autofokus an der Fuji X Pro 1 optimal nutzen?

Seit Erscheinen gibt es wohl kein Thema, das für mehr Diskussionen sorgt als der Autofokus an der Fuji X-Pro 1.

In einzelnen Reviews wird sie sogar liebevoll X-Slow 1 genannt und nichts wünschen wir Fuji-Fans uns mehr als einen Nachfolger der Fuji X-Pro 1 mit super-schnellem Autofokus.

Persönlich glaube ich aber nicht mehr an einen Nachfolger der Fuji X Pro 1 und denke, dass Fuji eher einen Nachfolger der X-T1 bringen wird. Warum sollte man sich durch eine Fuji X-Pro 2 Konkurrenz im eigenen Haus machen?

Die XP1 hat wohl durch ihren Retrolook und den recht hohen Preis lange ein Nischendasein gefristet und ich glaube nicht, dass Fujifilm zufrieden mit den Absatzzahlen ist. Und die Fuji X-T1 ist eine richtig gute Kamera geworden. Jedenfalls von der Performance und der Ausstattung her. Der Retro“Charme“ der XP1 fehlt ihr natürlich, aber sie ist eine großartig ausgestattete Kamera. Also müssen wir uns mit der Fuji X-Pro 1 wohl längerfristig arrangieren.

 

Aber zurück zur AF Performance der Fujifilm X Pro 1.

Als ich die XP1 Ende 2013 endlich aus ihrem hübschen schwarzen Karton befreien durfte, war ich schon sehr erwartungsvoll. Und wurde derbe enttäuscht.

Ich war wirklich sowas von angesäuert, dass ich kurz überlegt habe die Kamera wieder zurückzuschicken. Aber sie hat irgendwie „Soul“ wie Zack Arias zu sagen pflegt und sie ist eine kleine, leichte und wunderschöne Kamera mit großartigen JPEGs. Kevin Mullen setzte sie auf Hochzeiten ein, bevor er zur Fuji X-T1 wechselte. Und viele andere Fuji X Photographer können sich doch nicht täuschen… Sie MUSS doch irgendwie zu gebrauchen sein 😉

Leute von Fujifilm, Ihr versteht Marketing. Ich BRAUCHTE diese Kamera nicht, aber ich WOLLTE sie unbedingt haben. Sie hat mich enttäuscht und ich habe sie trotzdem behalten. Heute liebe ich es mit ihr zu fotografieren. Genial.

Der Autofokus der Fuji X-Pro 1 war out-of-the-box wirklich sowas von grottig und die allgemeine Arbeitsgeschwindigkeit ähnelte eher einem typisch deutschen Beamtenzimmer. Nach einer Kur in Form eines Firmware-Updates und einer schnelleren SD-Karte dann aber die Erleuchtung. Ja, so macht die Kamera Spass. Arbeitsgeschwindigkeit ausreichend, AF deutlich flotter. Wobei der Autofokus immer noch gähnend langsam ist im Vergleich zu meinen DSLRs, die ich nutze wenn ich als Hochzeitsfotograf unterwegs bin.

Ich bin eher ein schneller Shooter, mache gerne viele Bilder hintereinander (ich komme mit etwa 2500 Fotos von einer durchschnittlichen Hochzeit nachhause) und bin es von meinen DSLR-Kameras gewöhnt, mein Motiv anzuvisieren, schnell scharf zu stellen und dann BÄNG! 2,3,4 Bilder hintereinander geschossen.

Mit der X-Pro 1? Geht nicht! Nö. Nix. Nada.

Ich musste als umdenken, langsamer und bedachter werden, mehr vorausdenken. Und, ich musste eine andere Art der Fokussierung mit der Kamera lernen.

Das war´s. Die Autofokus-Geschwindigkeit an der Fuji X Pro 1 ist zwar auf einem niedrigen Niveau, auch wenn der AF sehr genau arbeitet, hat er einmal sein Ziel gefunden. Aber mit der neuen Fokussiertechnik klappt es endlich auch mit der Fuji meinen kleinen Sohn zu fotografieren und die typischen Kinderbilder aufzunehmen.

 

Action Fuji X Pro 1 Autofokus

Actionfotografie mit der Fuji X-Pro 1. Die AF Performance ist mit ein paar Einstellungen und einer anderen Art zu fokussieren gar nicht mal schlecht.

 

Um den Autofokus der Fuji X-Pro 1 optimal nutzen zu können, sollte man sich zunächst einmal verdeutlichen wie er arbeitet bzw. was der AF überhaupt für die Scharfstellung braucht.

Der Autofokus der X-Pro1 ist ein sogenannter Kontrast-AF, d.h. er benötigt vereinfacht gesagt eine Kontrastkante zur Scharfstellung. In modernen DSLRs ist ein Phasen-Detektion-Autofokus AF verbaut, der weniger genau, aber dafür viel schneller als ein Kontrast-Autofokus ist.

Ich suche beim Fotografieren mit der Fuji X-Pro1 daher aktiv nach vertikalen Kontrastkanten im Bild, auf die ich gut und sicher scharfstellen kann. Mein Gefühl ist, das vertikale Verläufe hier am Besten funktionieren. Ich weiß nicht warum, aber sie funktionieren einfach besser. Achtet also auf vertikale Linien im Bild.

Manchmal hilft es auch die Kamera etwas schräg zu halten, wenn der AF nicht sofort greifen will. Übrigens ist der Kontrast-Autofokus auch der Grund, warum die Fuji X-Pro 1 nicht wirklich gut bei schlechten Lichtverhältnissen, z.B. in der Dämmerung, fokussiert. Für die Scharfstellung suche ich mir dann gerne eine möglichst helle Stelle, z.B. eine Lichtquelle, oder fokussiere lieber gleich manuell.

 

AF Performance Fuji X Pro 1

Um den Autofokus an der Fuji X Pro 1 optimal nutzen zu können, entkopple ich den AF vom Auslöser (Back-Button-Fokus Technik). Die Scharfstellung erfolgt durch Drücken der AE-L/AF-L Taste auf der Rückseite der Kamera.

 

Die Fuji X Pro 1 verwende ich fast ausschließlich im Modus manueller Fokus. Ihr lest richtig. Manueller. Fokus.
Allerdings nutze ich die Back Button Focus Technik, habe also den AF von der eigentlichen Auslösung entkoppelt.

Mit dieser Technik kann ich mit der AE-L/AF-L Taste scharfstellen und dann schnell hintereinander mehrere Bilder durch Drücken des Auslösers schießen, ohne jedes Mal wieder neu fokussieren zu müssen. Und auf einmal wird diese kleine Kamera richtig flott. Probiert das mal aus, sonst glaubt Ihr es nicht (das funktioniert übrigens auch mit der Fuji X100-Serie).

Wie nutze ich die Back-Button-Focus Technik an der Fuji X Pro 1? Was sind die notwendigen Einstellungen?

Im Kameramenü (Punkt 4 bei der derzeitigen Firmware) wird der AE/AF-Lock Modus auf EIN/AUS und die Funktion der AE/AF-Lock Taste auf AE/AF Lock gestellt. Den AF-Modus Schalter am Kameragehäuse (vorne, links-unten) stelle ich auf manuellen Modus, ganz wichtig, denn die Aktivierung des Autofokus über die AE/AF-L Taste funktioniert nur bei Einstellung auf MF. Im AF-Modus bleibt alles beim Alten.

 

Back Button Focus I

Back Button Focus Fuji X Pro 1

 

Die Bedienung der AE/AF-L Taste für die Scharfstellung bzw. den Autofokus ist etwas gewöhnungsbedürftig. Ich habe die Back Button Fokus Technik zwar hin und wieder auch bei meinen DSLRs verwendet, aber hier ist die AF-On Taste mit dem Daumen wesentlich leichter erreichbar, als an der kleinen X-Pro 1. Aber mit ein bisschen Übung klappt das nach kurzer Zeit auch bei der Fuji ganz gut.

Der nächste Punkt, um die AF-Performance der Fuji X-Pro 1 optimal zu nutzen, ist der Sucher. Ich verwende gerne den OVF mit Weitwinkelobjektiven. Der optische Sucher der X-Pro 1 zeigt das Sucherbild ohne Verzögerung und auch noch einiges an Umgebung, so dass man sich anbahnende Situationen leicht erkennen und rechtzeitig scharfstellen und den Auslöser drücken kann. Aber schon beim 35er und erst recht beim 56er, besonders wenn ich mit geringer Schärfentiefe arbeiten möchte, also fast immer, bevorzuge ich den EVF Sucher an der Fuji. Er zeigt mir ein viel genaueres Bild des Ausschnitts und der Schärfepunkt lässt sich im Sucher deutlich erkennen. Auch die Größe des Autofokus-Feldes lässt sich leicht verändern.

Allerdings ist der elektronische Sucher der X-Pro 1 trotz Firmware Update leider immer noch nicht ganz verzögerungsfrei.
Das bedeutet, wenn ich in der üblichen Art durch den Sucher schaue, d.h. ein Auge am Sucher, das andere geschlossen, sehe ich im elektronischen Sucher streng genommen nur die Vergangenheit. Ich habe es anfangs oft erlebt, dass ich mit dem EVF gearbeitet habe und die Bilder einfach nicht das gezeigt haben, was ich im Sucher gesehen hatte. Das betrifft natürlich nur bewegte Motive. Landschaften, Architektur, usw. sind hingegen völlig unkritisch. Aber die flüchtigen Gesichtsausdrücke oder die schnellen Kopfbewegungen meines Sohns machen den EVF-Sucher unbrauchbar.

Ich habe mir daher in letzter Zeit angewöhnt, beide Augen beim Fotografieren offen zu halten. So habe ich immer das Umfeld im Überblick, denn der elektronische Sucher zeigt ja nur den eigentlichen Bildausschnitt. Viel wichtiger für mich ist allerdings, dass ich dabei mein Motiv in Echtzeit sehen kann und so genau im „richtigen“ Moment auf den Auslöser drücken kann. Das ist bei der Menschenfotografie extrem wichtig.

Diese Art den Sucher zu verwenden war für mich anfangs völlig neu und gewöhnungsbedürftig, aber es zahlt sich aus. Probiert es aus. Ihr werdet erstaunt sein, wie dieser simple Tipp die „Autofokus-Performance der Fuji X-Pro 1 verbessern kann.

 

AF Fuji X-Pro 1 beide Augen auf

So weit muss man das rechte Augen natürlich nicht aufreißen, aber es ist schon faszinieren, wie so eine simple Umstellung alter Gewohnheiten die AF-Performance der Fuji X Pro 1 „verbessern“ kann.

 

Das AF-Feld habe ich übrigens bei Verwendung des elektronischen Suchers auf die zweitkleinste Größe eingestellt. Hierdurch wird die Schärfe nur auf einen relativ kleinen Bereich festgelegt. Der Autofokus wird dadurch nicht schneller, aber genauer.
Für die Verstellung des AF-Feldes drückt Ihr das Einstellrad auf der Rückseite des Gehäuses und dreht das Einstellrad.

Der Autofokus der Fujifilm X-Pro 1 bleibt trotz meiner Tipps lahm, aber eben auch sehr genau. Die genannten Tipps haben für mich die AF-Performance allerdings deutlich gesteigert und erlauben für meine persönliche Fotografie das Arbeiten mit der Kamera in der Peoplefotografie.

Habt Ihr weitere Tipps zur Performance-Steigerung des Autofokus an der Fuji X Pro 1?  Freue mich auf Eure Kommentare.

 

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3 Comments

  1. warum wird der sucher im optischen sucher dunkel, wenn man ein bild „geschossen“ hat? erst nach erneutem drücken des auslösers (halb durchdrücken) wird wieder der OVF dargestellt.

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