Meine Ausrüstungsempfehlung für die Hochzeitsfotografie

Hochzeitsfotografie Frau hält Blumenstrauss mit beiden Händen als Nahaufnahme

Bevor ich 2009 angefangen habe als Hochzeitsfotograf zu arbeiten, hatte ich als Ausrüstung lediglich meine alte Canon 5D, das Canon EF 24-70mm/f2.8 und das EF 70-200mm/f4. Die Ausrüstungsempfehlung für die Hochzeitsfotografie, die ich damals in Büchern und dem Internet gefunden hatte, waren allerdings mindestens 2 Gehäuse und lichtstarke Festbrennweiten oder Zooms.

Für mich war also schnell klar, dass ich eine zweite Spiegelreflexkamera und ein lichtstarkes Zoom brauche, um meine erste Hochzeit vernünftig fotografieren zu können. Aber irgendwie war das damals alles etwas verwirrend und komplettes Neuland für mich. Gerade auch, ob und inwieweit ich noch in Blitze und Lichtformer investieren soll. Ich will Euch heute daher eine Ausrüstungsempfehlung für die Hochzeitsfotografie geben, so wie ich diese Art der Fotografie betreibe. Ich fotografiere Hochzeitsreportagen, bei denen ich die meiste Zeit die Momente und Emotionen einer Hochzeit dokumentiere. Gruppenfotos und ein mehr oder weniger ausgiebiges Pärchen-Shooting gehören für mich aber ebenfalls dazu.

 

Das Kamerasystem – meine Empfehlung für die Hochzeitsfotografie

Die perfekte Kamera für die Hochzeitsfotografie ist eine leider (noch) nicht real gewordene Kombination aus diskreter Größe, leichtem Gewicht, rauscharmem Vollformatsensor, einer langen Akkulaufzeit und einem schnellen und präzisen Autofokussystem, das auch bei wenig Licht sicher scharf stellt.
Immer mehr Hochzeitsfotografen fotografieren mit kleinen Systemkameras, wie der Fuji X-T1 oder den Kameras von Sony oder Olympus. Vorteil der Systemkameras ist neben dem diskreten Auftreten vor allem das leichte Gewicht. Mit diesen Kameras lässt sich mühelos den ganzen Tag fotografieren, ohne Rückschmerzen zu bekommen, wie bei den großen DSLR-Kameras.

 

Ausrüstungsempfehlung für die Hochzeitsfotografie – Kameragehäuse

Dem Kameragehäuse kommt bei der Hochzeitsfotografie eine entscheidende Bedeutung zu, den es ist die Basis für das gesamte Kamerasystem. Es sollte ein Kompromiss aus leichtem Gewicht und Robustheit darstellen und einen rauscharmen Sensor enthalten.

Ausrüstungsempfehlung für die Hochzeitsfotografie empfohlene DSLR Spiegelreflexkamera mit APS-C Sensor isoliert vor Vintage Hintergrund als Ausrüstung für die Hochzeitsfotografie

Eine robuste Spiegelreflexkamera ist immer noch die beste Ausrüstungsempfehlung für die Hochzeitsfotografie. Sei es wie hier mit einem APS-C Sensor oder einem Vollformatsensor.

 

Warum leichtes Gewicht?
Denkt nur einmal daran, wenn Ihr 10 Stunden mit einem schweren Kamerasystem eine Hochzeit fotografiert. Wie wird sich danach Euer Rücken fühlen? Und glaubt es mir, selbst meine Handmuskulatur macht nach dieser Zeit mit einer Canon 5D + Akkugriff + 70-200mm Objektiv schlapp :-)

Warum Robustheit?
Eine Hochzeit ist grundsätzlich mal eine Veranstaltung. Und es geht hier durchaus auch einmal etwas hektisch und rummelig zu. So passiert es im Eifer des Gefechts durchaus öfter, dass beim Hinknien die zweite Kamera auf den Boden knallt oder beim Herumlaufen die ein oder andere Ecke mit der Kamera angerempelt wird. Das alles muss ein gutes Kameragehäuse für die Hochzeitsfotografie aushalten.

Hochzeitspaar angelehnt an grünem Oldtimer vor grüner, romantischer Natur Kulisse

Hochzeitsfotografie ist nicht nur ruhige Fotografie, sondern oft auch hektische Action. Da muss eine Kamera schon einiges aushalten können.

Welchen Sensor Ihr für die Hochzeitsfotografie verwendet ist entscheidend, sobald Ihr in dunklen Kirchen, Innenräumen und auf der Feier fotografiert. ISO-Zahlen von 4.000-6.400 sind dann eher die Regel als die Ausnahme. Ein moderner Vollformatsensor hilft hier ungemein seinen Kunden eine hervorragende Bildqualität abliefern zu können. Aber inzwischen sind auch sehr gute APS-C Sensoren auf dem Markt, die eine ausreichende Performance abgeben.
Über den Vergleich zwischen Vollformat, APS-C und MFT-Sensoren habe ich hier im Blog übrigens einen Beitrag verfasst.
Ach so, man sollte meiner Meinung nach bei der Hochzeitsfotografie zwei Kameragehäuse verwenden, am Besten das gleiche Modell, damit man nicht bei jeder Kamera umdenken muss. Zum einen hilft ein zweites Kameragehäuse die Objektivwechsel zu minimieren, zum anderen hat man immer eine Sicherheit dabei, sollte ein Gehäuse ausfallen. Im Auto habe ich meistens auch noch ein drittes Gehäuse als Ersatz, in meinem Fall ist das eine ältere Canon 7D.

 

Objektive

Welche Objektive für die Hochzeitsfotografie Ihr braucht, ist jetzt auch klar: lichtstark, robust und möglichst leicht sollten sie sein. Nach Möglichkeit besitzen die Objektive auch noch einen Bildstabilisator. Vor einiger Zeit habe ich meine Hochzeitsfotos aus dem letzten Jahr einmal analysiert hinsichtlich der verwendeten Brennweite und Interessantes herausgefunden. Mehr kannst Du hier in diesem Beitrag lesen.

Dynamische Weitwinkelaufnahme aus Hochzeitsfotografie Reportage eines Paares das gerade ein Schloss öffnet

Ein Weitwinkelobjektiv zwingt den Fotografen nah an das Motiv heranzugehen. Perfekt für dynamische Reportagefotos bei einer Hochzeit.

Zurück zum Thema: Persönlich bevorzuge ich bei der Hochzeitsfotografie immer noch Zooms, so dass ich mich nicht groß um Objektivwechsel und dergleichen kümmern muss. Die meiste Zeit arbeite ich mit dem Canon 24-70mm/f2.8 und dem Canon 70-200mm/f2.8, in letzter Zeit ist statt dem 24-70 auch öfter mal das Canon 16-35mm/f2.8 drauf, da ich mehr mit Weitwinkel machen möchte und mich die Limitierung nach oben auf 35mm zwingt näher an meine Motive heranzugehen, was automatisch zu dynamischeren Fotos führt.

Superweitwinkelaufnahme bei 16mm an Hochzeitslocation bei Alzenau

Ein Superweitwinkelobjektiv mit einer Brennweite kleiner 20mm ergibt einen sehr dynamischen Blickwinkel. Bei der Hochzeitsfotografie kann das eine Reportage sehr schön auflockern.

Zubehör

An Zubehör für die Hochzeitsfotografie kann man eigentlich nichts aussergewöhnliches nennen. Extrem hilfreich hat sich bei mir ein Gurtsystem bzw. Holstersystem erwiesen, dass es erlaubt beide Kameras am Körper zu tragen. Meine Empfehlung ist hier der Spider Kameraholster für zwei Kameras. Das Gewicht wird durch diesen Gurt gleichmäßig auf der Hüfte verteilt und die Kameragehäuse können schnell aus den Holstern genommen werden, haben aber dennoch einen sicheren Halt.
Als Speicherkarten verwende ich ausschließlich robuster und leistungsfähige CF-Karten von SanDisk. Leistungsfähig nicht nur im Hinblick auf die Kapazität, sondern auch auf die Schreib- und Lesegeschwindigkeit. Das verbessert die Kameraperformance und verkürzt die Downloadzeit beim Sichern der Aufnahmen nach der Hochzeit gewaltig.

 

Meine momentane Ausrüstungsempfehlung für die Hochzeitsfotografie (inklusive Links zu amazon), die ich auch selbst einsetze:

2x Canon EOS 5D (MKII oder MKIII) plus Akkugriff
Canon EF 16-35mm/f2.8 L USM
Canon EF 24-70mm/f2.8 L USM
Canon EF 70-200mm/f2.8 IS L USM
Canon EF 100mm/f2.8 Makro USM (Test) amazon
Canon EF 50mm/f1.4 USM

Canon EX 580 Speedlite Blitz (Alternative Yongnuo YN-568EX II)

SanDisk Extreme Pro CF-Karten mit 32GB oder 64GB
ThinkTank Speicherkarten-Etui
 Pocket Rocket
ThinkTank Akku-Etui

Spyder Kameragurt plus Erweiterungskit

 

Low Budget:

2 Canon 5D MKI plus Akkugriff (gebraucht etwa 400,- Euro pro Stück)
Canon EF 35mm/f2 (mit oder ohne IS)
Canon EF 85mm/f1.8

Yongnuo YN-568EX II Blitz

Mir persönlich würde hier allerdings Brennweite fehlen und ich würde nach einem gebrauchten Canon EF 70-200mm/f4 L IS USM oder Canon EF 100mm/2.8 Makro L IS USM schauen oder mir einen dritten Body mit APS-C Sensor zulegen, der die Brennweite des 85mm durch den Crop-Faktor auf 136mm „verlängert“ und so mehr Reichweite für Aufnahmen aus der Distanz (Kirche, Reden, usw.) bietet.

 

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