Ausrüstungsempfehlung Makrofotografie

Nachdem ich vor kurzem einen Artikel zur empfohlenen Ausrüstung für die Landschaftsfotografie hier im Blog veröffentlicht habe, geht es heute um meine Ausrüstungs Tipps für die Makrofotografie.

Die Ausrüstung für die Makrofotografie – Die Kamera – Crop oder Vollformat?

Als Kamera für die Makrofotografie empfehle ich Euch eine DSLR Kamera. Ob Crop oder Vollformat, hängt davon ab, was Ihr ausser der Makrofotografie sonst noch fotografieren möchtet.

Wenn Ihr auch viel bei schlechten Lichtverhältnissen fotografieren (also bei hohen ISO-Werten) oder Fotos mit geringer Tiefenschärfe aufnehmen möchtet, empfehle ich Euch unbedingt eine Vollformatkamera.

 

Kreuzspinne (lat. Araneus ssp.), Eyachtal, Nordschwarzwald, Baden-Württemberg

 

 

Für alles andere ist eine Crop-Kamera (also eine Kamera mit APS-C Sensor) ebenso gut geeignet und hat bei der Makrofotografie sogar Vorteile.
Durch den Crop-Faktor „vergrößert“ eine Kamera mit APS-C Sensor die Brennweite und auch den Abbildungsmassstab. Aus einem 50mm Makroobjektiv wird so quasi ein Makroobjektiv mit ca. 85mm Brennweite und einem größeren Abbildungsmassstab. Das bedeutet Ihr könnt Makrofotografie größer als Abbildungsmassstab 1:1 betreiben.

 

Brauner Waldvogel (lat. Aphantopus hyperantus), Eyachtal, Nordschwarzwald, Baden-Württemberg, Sommer

 

Glockenblume (Campanula) und Krabbenspinne (Thomisidae), Eyachtal, Baden-Württemberg, Deutschland

 

Ein 100mm Makroobjektiv verhält sich an einer Kamera mit APS-C Sensor von der Bildwirkung her ähnlich wie ein 160mm Makroobjektiv. Das ist sehr praktisch bei der Insekten-Fotografie.

Insekten lassen uns immer bis auf eine bestimmte Distanz in Ihre Nähe, bevor sie die Flucht ergreifen. Das ist die sogenannten Fluchtdistanz.
Eine Telebrennweite bedeutet, dass Ihr aus einer größeren Entfernung fotografieren könnt und unterschreitet hierdurch leichter die Fluchtdistanz der Insekten.

Den Crop-Effekt und die Vergrößerung des Abbildungsmassstab könnt Ihr mit einem Telekonverter sogar noch verstärken.

 

Makrofotografie Ausrüstung – Objektivempfehlung

Das optimale Makroobjektiv gibt es leider nicht. Manche kommen mit 50mm, andere mit 100mm und wieder andere mit 180mm Brennweite besser zurecht.


 

Trotzdem kann man ein 100mm Makroobjektiv (am Vollformat bzw. ca. 60mm an Crop-Kameras) als besten Kompromiss bezeichnen. Es ist noch handlich genug, um es auch mal aus der Hand zu nutzen (z.B. als Portraitlinse), und kann prima für Insektenfotos verwendet werden. Ich verwende z.B. das Canon EF 100mm 2.8 USM Makroobjektiv an meiner Vollformat oder APS-C Kamera.

Eine Telebrennweite hat in der Makrofotografie zusätzlich Vorteile, da sie, bei offener oder nur leicht geschlossener Blende, den Hintergrund in eine homogene Unschärfe haucht. Das sorgt für eine sehr schöne Freistellung der Motive.

 

Blattadern im Durchlicht, Studioaufnahme

 

Weitere Ausrüstungs-Empfehlungen für die Makrofotografie

Ein Stativ ist in der Makrofotografie essentiell. Bei einem großen Abbildungsmassstab verwackeln die Aufnahmen schnell und ein solides Stativ ist hier die beste Lösung, auch wenn es mittlerweile Makroobjektive mit Bildstabilisator gibt.

Schaut Euch meinen Artikel zur Ausrüstung für die Landschaftsfotografie an. Dort habe ich alles zum Thema Stativ kurz zusammengefasst. Die gleichen Anforderungen gelten auch für ein Stativ in der Makrofotografie.

Ein Fernauslöser hilft ebenfalls dabei, unscharfe Bilder durch Schwingungen zu vermeiden. Schaltet zusätzlich noch die Spiegelvorauslösung ein und Ihr erhaltet super-scharfe Bilder, ein ruhiges Motiv vorausgesetzt 😉

 

Pilz auf Moos, Eyachtal, Nordschwarzwald, Baden-Württemberg
Ein Falt-Reflektor hilft dabei Schatten aufzuhellen. In der Makrofotografie reicht in der Regel ein kleiner Durchmesser, z.B. ein Reflektor mit 50cm, völlig aus.

Mein Tipp: Reflektoren kosten nicht mehr viel und ich empfehle Euch sogar gleich zwei zu kaufen, wobei mindestens einer ein 5-in-1 Reflektor sein sollte.

Bei diesen Reflektoren kann man die Reflektorfläche entfernen und hat dann einen schönen Diffusor für das Sonnenlicht. Ich verwende hierfür gerne meinen größeren 5-in-1 Falt-Reflektor, den ich sonst nur bei meinen Hochzeitsportraits einsetze.

So sind tolle Makrofotos mit weichem Licht selbst im Hochsommer bei Sonnenhöchststand möglich. Ein zweiter Reflektor kann genutzt werden, um die Schatten aufzuhellen oder auch als neutraler weißer Hintergrund, z.B. bei Blütenaufnahmen.

 

Morgentau auf Gras, Eyachtal, Nordschwarzwald, Baden-Württemberg, Deutschland

Packt Euch auch gleich einen großen Müllsack ein. Ich kann mir Makrofotografie ohne eine wasserdichte Unterlage nicht mehr vorstellen. Ihr werdet beim Fotografieren von Blümchen, Insekten, Pilzen, usw. meist mit einer tiefen Kameraposition arbeiten und dabei ist es dann wesentlich bequemer selbst flach auf dem Boden zu liegen. Macht das mal morgens um 6 Uhr, auch im Hochsommer, und Ihr werdet schnell merken, wofür so ein Müllsack gut sein kann 😉

 

Krabbenspinne (Thomisidae) mit Stubenfliege auf Pflanze, Eyachtal, Baden-Württemberg, Deutschland

 

Das waren Sie jetzt also meine Tipps zur Ausrüstung für die Makrofotografie und ich hoffe, dass das ein oder andere interessant für Euch war.

Habt Ihr Ergänzungen oder weitere Ausrüstungsempfehlungen?
Dann schreibt mir in den Kommentaren.

 

Mit der richtigen Ausrüstung für die Makrofotografie lassen sich natürlich auch andere Dinge fotografieren ausser Blümchen und Krabbelgetier…

 

rote und weisse Streichhölzer

Erbeeren

Buntstifte

Kiwischeibe im Durchlicht, Studioaufnahme

Blattadern im Durchlicht, Studioaufnahme

 

 

 

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